Geschäftsabschluss 2012

Februar 19, 2013

Die Bossard Gruppe hat in einem insgesamt schwierigen Geschäftsumfeld das drittbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet. Der Konzerngewinn sank leicht um 1,9 Mio. CHF auf 42,9 Mio. CHF. Der Betriebsgewinn erreichte 47,6 Mio. CHF (-5,2%). Auf diesem Ertragsniveau erzielte die Bossard Gruppe mit 10,1% im dritten Jahr hintereinander eine zweistellige EBIT-Marge, die deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt. „Wir hatten im vergangenen Jahr definitiv keinen Rückenwind. Gleichwohl hat die Bossard Gruppe ein gutes Resultat erzielt. Positiv stimmt mich, dass wir im Geschäftsjahr 2012 erneut Kunden hinzugewonnen haben und das Produktsortiment erweitern konnten“, erklärt CEO David Dean.

Bossard hat den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr erneut gesteigert: Die Einnahmen stiegen um 2,9% auf 487,1 Mio. CHF. Darin spiegelt sich vor allem die erfreuliche Entwicklung des Geschäfts in Amerika. Bereinigt um die Akquisition von KVT-Fastening und die Devestition von Bossard Metrics Inc., USA, betrug das rein organische Wachstum in Schweizer Franken 2,1% und in Lokalwährung 0,8%.

In Europa war die verhaltene Nachfrage in allen Ländergesellschaften spürbar. Doch konnte der Umsatzrückgang (-0,7% in Lokalwährung) durch die Akquisition neuer Kunden in Grenzen gehalten werden. Leicht rückläufig war auch das Asien-Geschäft (-2,6% in Lokalwährung): Die exportorientierten asiatischen Kunden litten 2012 erneut unter der schwächeren Nachfrage aus dem Ausland. Unbefriedigend entwickelte sich der Umsatz mit Kunden aus dem Wind- und Solarsektor sowie der Halbleiterindustrie. In Amerika hat Bossard den Umsatz in Lokalwährung um 10,6% gesteigert; in Schweizer Franken gerechnet ergibt sich gar ein Plus von 17,0%. Damit verzeichnete Amerika zum dritten Mal in Folge ein zweistelliges Umsatzwachstum. Dieser gute Leistungsausweis ist der regen Nachfrage aus dem bestehenden Kundenkreis sowie dem Ausbau des Neukundengeschäfts zuzuschreiben.

Weiterhin hohe Rentabilität

In dem anspruchsvollen Marktumfeld ist es Bossard gelungen, die Rentabilität auf einem hohen Niveau zu halten. Die Betriebsgewinn-Marge (EBIT) von 10,1% liegt weiterhin deutlich über dem Branchendurchschnitt. Der leichte Rückgang der EBIT-Marge ist wesentlich auf Umsatzentwicklungen und den damit verbundenen Margenmix zurückzuführen. Während die Betriebsmarge in Europa und Amerika gesteigert wurde, lag sie in Asien unter dem Vorjahresniveau.

Die Umsatzrendite bildete sich gegenüber dem Vorjahr von 9,8% auf 9,1% zurück. Dieser Rückgang begründet sich mit verschiedenen Faktoren. Zwar führte das höhere Umsatzvolumen zu einem Gewinnzuwachs, doch kam es im Geschäftsjahr 2012 auch zu Belastungen. So stiegen die Personalkosten gegenüber dem Vorjahr. Auch der Steueraufwand nahm zu, was der wachsenden Steuerbelastungen in einzelnen Ländern zuzuschreiben ist. Ausserdem ist ein Trend sichtbar, wonach Verlustvorträge nicht mehr vollumfänglich angerechnet werden. Per Saldo resultierte ein Konzerngewinn von 42,9 Mio. CHF nach 44,8 Mio. CHF im Vorjahr.

Auch mit Blick auf das investierte Kapital zeichnet sich Bossard weiterhin durch eine solide Rentabilität aus, obwohl diese im Vergleich zum Vorjahr tiefer lag. Die Rendite auf dem betriebsnotwendige Kapital (ROCE) betrug 18,2%. Die Eigenkapitalrendite (ROE) – bereinigt um die Goodwill-Verrechnung mit dem Eigenkapital – erreichte 19,8%.

KVT-Fastening  – eine strategisch bedeutsame Investition      

Die Akquisition von KVT-Fastening im November 2012 ist ein Meilenstein in der Konzernentwicklung. Die Bedeutung dieser 200 Mio. CHF teuren Übernahme liegt darin, dass sie dem Unternehmen neue strategische Optionen bietet und für Wachstumsimpulse sorgt. Das erworbene Unternehmen zeichnet sich durch technisch anspruchsvolle Lösungen in der Verbindungstechnik aus, für die es teilweise über Exklusivvertriebsrechte verfügt. Das mit dieser Übernahme erworbene Know-how im Bereich der Einpressbefestiger, der Niettechnik und anderen Nischenbereichen wird die Bossard Gruppe nun weltweit nutzen. Bedeutungsvoll ist auch, dass Bossard mit KVT-Fastening einen wesentlich verbesserten Zugang zum wichtigen deutschen Markt erhält. Für CEO David Dean ist diese Akquisition ein grosser Gewinn: „Das Unternehmen KVT-Fastening ist überdurchschnittlich profitabel und liegt gemessen an den EBITDA- und EBIT-Margen über dem Niveau von Bossard. Es ist eine Verstärkung, welche sich auch positiv in unseren Finanzzahlen niederschlagen wird.“

Durch die Übernahme von KVT-Fastening sank die Eigenkapitalquote von 62,3 auf 13,3%. Der mit der Akquisition erworbene Goodwill von rund 180 Mio. CHF wurde im Geschäftsjahr 2012 mit dem Eigenkapital verrechnet. Um das finanzielle Fundament wieder zu stärken, beantragt die Bossard-Führung an der Generalversammlung vom 12. März 2013 eine Eigenkapitalerhöhung von 80 Mio. CHF. Dadurch soll der Eigenfinanzierungsgrad wieder auf rund 35% steigen. Bis Ende Jahr ist mit einem weiteren Anstieg der Eigenfinanzierung zu rechnen. Die Kolin Holding AG, die als Hauptaktionärin im Besitz der Bossard-Familien ist, hat in Aussicht gestellt, dass sie in vollem Umfang ihrer Beteiligung an der Kapitalerhöhung teilnehmen wird.

Neben dieser Grossakquisition baut Bossard in verschiedenen Ländern die Kapazitäten aus. 2012 investierte die Gruppe rund 25 Mio. CHF. Gut die Hälfte dieser Aufwendungen entfielen auf die Fertigstellung des Technologie- und Logistikzentrums in der Schweiz. Im laufenden Geschäftsjahr werden Büro- und Logistikkapazitäten in Malaysia und Korea erweitert. Für den Ausbau der Logistikzentren sieht Bossard-CEO David Dean in den nächsten drei Jahren eine Gesamtinvestition von 20 bis 30 Mio. CHF, die jedoch „vollständig aus eigener Kraft finanziert werden soll“.

40% des Konzerngewinns werden ausgeschüttet  

In der Dividendenpolitik bleibt die Bossard-Führung ihren Leitlinien treu: Rund 40% des Konzerngewinns werden an die Aktionäre ausgeschüttet. Der Verwaltungsrat beantragt daher der Generalversammlung für das Geschäftsjahr 2012 eine Dividende von 5,75 CHF (2011: 6,00 CHF) je Inhaberaktie. Auch nach den Kursgewinnen im 2013 bietet die Bossard- Inhaberaktie eine attraktive Dividendenrendite von 3,8%.

Vorsichtig optimistischer Ausblick

Das Geschäftsjahr 2013 hat Bossard mit leisem Optimismus in Angriff genommen. „2013 kann zu einem Jahr werden, das uns wieder etwas Rückenwind gibt, nachdem die vorangegangenen achtzehn Monate schwierig verliefen. Die Risiken, dass wir in eine Rezession abgleiten, haben sich deutlich reduziert“, betont CEO David Dean. Bossard sieht Zeichen der Besserung sowohl auf der Beschaffungsseite als auch im Kreis der Kunden. Die Zielsetzung bleibt weiterhin, in den nächsten Jahren das Umsatzvolumen substantiell zu steigern. Das Wachstum soll jedoch nicht auf Kosten der Rentabilität gehen, die sich mindestens im Gleichschritt mit dem Umsatz entwickeln soll. Die Akquisition von KVT-Fastening ist ein weiterer Schritt dazu. 

Medienmitteilung als PDF

Jahresbericht 2012 (PDF)

 


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