100 000 Franken Schaden vermieden mit einer Schraube
Ives Mühlemann, Application Engineer, Bossard Schweiz

"In vino veritas – oder: Das richtige Moment für den richtigen Moment"

Wie viel es in der Verbindungstechnik zu entdecken und zu wissen gibt, erfuhr ich während meines ersten Einsatzes bei einem Kunden. Ich besuchte ihn zusammen mit einem unserer technischen Experten für eine Schulung. Mein Kollege referierte über Dinge, von denen ich während meiner Ausbildung am Technikum in dieser Tiefe nie etwas gehört hatte, etwa über die spezifischen Eigenschaften unterschiedlicher Materialien oder über die Wichtigkeit der korrekten Vorspannkraft bei einer Schraubenverbindung. Die Verbindungstechnik ist ein sehr komplexes Gebiet, in dem viele Parameter zusammenspielen und aufeinander einwirken. Gerade darum können wir mit unserem Wissen die Kunden dabei unterstützen, optimale Verbindungslösungen zu finden oder unerwartet auftauchende Probleme zu beheben.

Eine Schraube kann zum Stillstand führen
Seit gut zweieinhalb Jahren bin ich einer von vier Application Engineers bei Bossard in der Schweiz. Unser Auftrag ist, unseren Kunden bei Produktdesign und -entwicklung zu unterstützen. Das heisst, wir kümmern uns häufig um neue, noch nicht dokumentierte Probleme, deren Lösungen erst noch gefunden werden müssen.

Obwohl eine Schraube nur eines von unzähligen Elementen einer Maschine oder Vorrichtung ist, kann sie alles zum Erliegen bringen, wenn sie ihren Dienst versagt. Das war beispielsweise einmal der Fall bei einer Tiefziehpresse eines Schweizer Herstellers, die in Südafrika für die Formung von Aluminium-Drehverschlüssen für Weinflaschen im Einsatz stand. 

Prüf- und Messkompetenz gewährt verlässliche Qualität
Im Betrieb brachen die M12-Schrauben, die einen Tiefziehstempel befestigten. Der Kunde nahm mit uns über den Verkauf Kontakt auf. Es galt, eine Antwort auf die Frage zu finden, warum die Schrauben während der Produktion kaputt gingen. Dafür analysierte ich das Bruchbild und suchte mit den zuständigen Monteuren vor Ort das Gespräch. Das Problem war schnell gefunden: Die Schrauben waren aus diversen Gründen zu wenig fest angezogen. Die Lösung bestand darin, das exakte Drehmoment und richtige Schmierverhältnis zu definieren, um eine korrekte Vorspannkraft in der Verbindung zu erhalten.

Es liegt auf der Hand, dass eine defekte Maschine einen Kunden sehr rasch teuer zu stehen kommen kann. Man bewegt sich hier schnell im fünf- oder sogar sechsstelligen Frankenbereich. Wenn es uns gelingt, das Problem rasch und unkompliziert zu lösen, dann liefern wir ein Bilderbuchbeispiel für Proven Productivity. Entsprechend gross ist die Freude, wenn uns der Kunde seine Wertschätzung spüren lässt, wie das auch der Hersteller der Tiefziehpresse getan hat. Dann kann es schon mal vorkommen, dass wir intern darauf anstossen, zum Beispiel mit einem südafrikanischen Rotwein.

Ref. BOS-AE-FM-00314 

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